Header Ads Widget

Ticker

6/recent/ticker-posts

Präsident Putin springt als Deutsch-Übersetzer ein

Es ist bemerkenswert, wie oft sich Präsident Putin den Fragen der russischen Bevölkerung stellt und diese aus dem Stegreif spontan beantwortet. Ich beobachte das immer wieder als Konsument des russischen TV in meiner neuen Heimat. Im Gegensatz zu den europäischen Politikern, die sich hinter Mauern verschanzen und kaum sich in die "Niederungen" des Volkes begeben, spricht Putin sehr oft mit den Menschen und führt eine offene Diskussion. Zum Beispiel am Donnerstag fand das 3. Medienforum der unabhängigen regionalen und lokalen Medien in St. Petersburg statt. Die Diskussion wurde im TV übertragen. Präsident Putin stellte sich den Fragen der Medienvertreter. Was mich dabei überraschte, er sprang als Deutsch-Übersetzer ein.


Warum? Weil Willy Wimmer sich unter den Publikum befand und auf Deutsch eine längere Ausführung hielt. Präsident Putin hat seine Worte spontan ins Russische übersetzt und auch einige Worte an Wimmer gerichtet. Zur Erläuterung, Wimmer, 33 Jahre lang Bundestagsabgeordneter der CDU, war zwischen 1985 und 1992 erst verteidigungspolitischer Sprecher der CDU/CSU und dann Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister der Verteidigung. Von 1994 bis 2000 war er Vizepräsident der Parlamentarischen Versammlung der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE).

An Hand dieses Beispiels ist wieder erkennbar geworden, Präsident Putin spricht perfekt Deutsch.



Präsident Putin würde wie in diesem Fall nicht übersetzen und Deutsch sprechen, wenn ihm die Sprache nicht wichtig wäre und damit auch die Deutschen als Menschen. Ich verstehe deshalb nicht, warum die deutschen Medien ihn immer in so ein schlechtes Licht stellen und als unsympathisch bezeichnen. Kein einziger amerikanische Präsident hat die deutsche Sprache beherrscht und wenn sie einige Wörter äusserten, wie Präsident Kennedys "Ick bin ein Berliner ...", dann waren sie entzückt vor Freude. Aber Putins guten Deutschkenntnisse passen nicht ins Bild eines "Teufels", so wie sie ihn dauernd darstellen.

Präsident Putin erklärte dann den Zuhörern den Unterschied zwischen Patriotismus und Nationalismus und zitierte dabei den namhaften russischen Geisteswissenschaftler Dmitri Lichatschjow: "Das Erste bedeutet Liebe zum eigenen Land, das Zweite bedeutet Hass gegen alle anderen."

Er hat sich auch bei dieser Gelegenheit erstmals öffentlich zu den Panama-Papieren geäussert. Er sagte, die Veröffentlichungen sei vor allem eins: den Versuch des Westens, von aussen Unfrieden in Russland zu stiften. Es solle fälschlich der Verdacht der Korruption erweckt werden, sagte Putin. Die Unterstellungen über Offshore-Firmen sollten Russland "gefügiger machen, uns so frisieren, wie sie wollen."

Putin wies Anschuldigungen gegen den Geiger Sergeij Roldugin zurück. "Fast alles Geld, das er verdient hat, hat er in die Anschaffung von Musikinstrumenten im Ausland gesteckt und sie nach Russland gebracht", sagte er.

Am Mittwoch schrieb ein Vertreter von Wikileaks auf Twitter, die US-Regierung habe die "Angriffs-Story über Putin" über ihre getarnte Entwicklungsbehörde USAID gesponsert. Das griff Putin am Donnerstag auf: "Wikileaks hat uns jetzt die Tatsache gezeigt, dass US-Regierungsvertreter und offizielle US-Organe dahinter stehen."

Für 2016 steht USAID ein Budget von 22,3 Milliarden Dollar zur Verfügung.

USAID ist dafür bekannt, nicht nur Entwicklungshilfe als Tarnung zu betreiben, sondern auch Spionage und politische Einflussnahme. USAID ist nach den Worten ihres früheren Sekretärs Andrew S. Natsios (2001–2006) das "am häufigsten eingesetzte Instrument, wenn die Mittel der Diplomatie nicht mehr ausreichen und die Anwendung militärischer Gewalt zu riskant erscheint."

Yorum Gönder

0 Yorumlar